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Archive for November 2015

Von frühester Jugend an liebe ich Suppen. Und Nudelgerichte. Mit den Großeltern gingen wir häufig zum Chinesen essen, die Pekingsuppe (sauer-scharf) durfte nie fehlen. Die gebratenen Nudeln reizten mich jedoch nie besonders, Teigwaren blieben für mich der italienischen Küche vorbehalten. Bis, ja bis eines Abends ein besonderer Film im Fernsehen lief und mich sehr begeisterte: Tampopo.

In diesem Film versucht die Besitzerin einer Nudelsuppenküche die allerbeste Nudelsuppe zu kochen. Der Film lief spät nachts und ratet, wer nach Ende des Films gegen 1 Uhr noch in die Küche gegangen ist, um sich ein Süppchen zu kochen? 😉

Damals zählte ich zarte 18 Lenze und das Angebot an asiatischen Lebensmitteln vor 30 Jahren war mit „knapp“ noch sehr freundlich umschrieben. Tütensuppen, Suppennudeln, Ketchup, Chinagewürz und Sojasauce waren jedoch vorhanden und meine Leidenschaft für Nudelsuppen geweckt.

Ich den Folgejahren entwickelte ich so eine für mich annehmbare Mischung aus „Pekingsuppe mit Nudeln drin“, die auch den an scharfes Essen gewöhnten Nachwuchs bis dato zu gefallen weiß. Dies mag aber auch am eigentümlichen Namen der Suppe liegen, den meine Schwester ihr verliehen hatte: „Machst du wieder deine Kotzsuppe?“ Kotzsuppe – von der Konsistenz und dem Aussehen herrührend, schlotzig und mit feinsten Stückchen Gouda und Salami. 🙂

Durch meine Grilleidenschaft ist der Gedanke an Ramen dann irgendwie in den Hintergrund getreten. Bis ich im letzten Jahr in einem Fusion-Kitchen-Restaurant in Alkmaar Ramen auf der Speisekarte entdeckte und prompt bestellte!

Ramen in Alkmaar.

Ramen in Alkmaar.

Oh ja, die war lecker! Und eine Inspiration, mich selber an einer Ramen zu versuchen.

Die Basis für meine Ramen ist eine kräftige Brühe. Misopasten (hell oder dunkel) kann man heutzutage im Asiashop kaufen oder im Internet bestellen, desgleichen Ramennudeln. Statt einer Misosuppe geht auch hervorragend eine Hühnerbrühe (die ich mit einem EL Schweineschmalz abrunde), statt Ramennudeln gehen ebenso Mie-Nudeln oder Tagliatelle. Die Nudeln sollen schon dicker und breiter als Spaghetti sein. In der Brühe/Suppe koche ich vorab eine geviertelte Zwiebel, etwas Knoblauch und Ingwer mit. Diese Zutaten entferne ich wieder, nachdem sie Geschmack abgegeben haben und rühre etwas Sambal Oelek für die Schärfe ein.

Meine Ramen bekommt neben den Nudeln vier weitere Komponenten. Davon sind drei Komponenten Gemüse nach Wahl, aus der vierten Komponente spricht aber der Griller in mir: ein medium-rare gegrilltes Steak in dünne Scheiben geschnitten.

Ramen mit lila Möhren, Spinat, Champignons

Ramen mit lila Möhren, Spinat, Champignons

Für das Gelingen der Ramen ist ein gutes Mise en Place wichtig: die Brühe/Suppe muss kochend heiss bereit stehen. Die vorgegarten Nudeln (200g/Nase) liegen zur Pyramide gehäuft auf dem Boden der Suppenschüssel(n). Die Gemüse sind jedes für sich vorbereitet: in Streifen oder Stücken gegartes oder gebratenes Gemüse, gut mit Stäbchen zu essen. Die Gemüse sollen ihren Eigengeschmack behalten und noch Biss haben. Champignons z.B. brate ich fettfrei in einer beschichteten Pfanne, Möhren- oder Paprikastreifen in etwas Öl. Chinakohl kann in Streifen geschnitten roh verwendet werden.

Alles außer der Suppe darf lauwarm bis kalt sein, stresst euch nicht. Was zählt, ist das Steak, das vom glühend heissen Grill frisch aufgeschnitten umgehend verarbeitet werden muss. Also drapiere ich die Gemüse an drei Seiten in der Suppenschüssel, platziere die Steakstreifen auf der freien Seite und gieße vorsichtig die kochend heiße Suppe an.

Ramen mit Bambus, Chinakohl und Champignons

Ramen mit Bambus, Chinakohl und Champignons

Abschließend dekoriere ich noch mit Streifen frischer Chili und Ingwer (der eingelegte ist super), gerne auch mit Frühlingszwiebeln, sowie einem wachsweich gekochten, gepellten halben Ei. Etwas Sesamöl über die Ramen träufeln: fertig.

Ramen mit Paprika, Möhren und Champignons

Ramen mit Paprika, Möhren und Champignons

Nichts muss, alles kann. Viel Spaß beim Entdecken eurer ganz eigenen Ramen! 🙂

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